Die beiden Künstler teilen sich das Wohnstipendium und sind jeweils zwei Monate in der Villa Malkowski in Brannenburg. Ende Juli gestalteten sie zusammen mit Hans Steinbichler, Vizedirektor der Abteilung Film- und Medienkunst der Akademie, einen spannenden Abend.
„Ich weiß nicht, wie viele Kilometer ich in meinen Hausschlappen durch die Villa Malkowski gewandert bin. Aber als ich nach meinem zweimonatigen Aufenthalt, der hauptsächlich aus dem Durchstöbern der Bibliothek und dem Verfassen eines neuen Drehbuchs bestand, plötzlich vor einem so tollen Publikum saß, konnte ich auf eine sehr schöne Weise dieses Kapitel abschließen.
Die Gespräche mit Su, Hans und den Gästen über unser Filmschaffen, KI und die Zukunft des Films haben mir noch einmal neue Perspektiven eröffnet.
Meine Hausschlappen haben es sich natürlich nicht nehmen lassen, mich auch auf die Bühne zu begleiten.“
Lucas Dülligen
„Die letzten Wochen habe ich viel Zeit mit Menschen verbracht, die es gar nicht gibt. Mit den beiden Hauptfiguren meines neuen Films und mit der Frage, was eigentlich von uns übrigbleibt, wenn man unsere Erinnerungen von unserem Körper trennt.
Meistens fanden diese Begegnungen allein statt – am Schreibtisch, beim Schreiben, Denken, Lesen, Verwerfen und wieder von vorne anfangen.
An diesem Abend war das plötzlich anders. Gemeinsam mit Lucas, Hans und dem Publikum konnte ich einige der Fragen teilen, die mich während meines Aufenthalts beschäftigen. Daraus entstand ein Gespräch über Film und künstliche Intelligenz, über Bewusstsein, Technologie und darüber, wie wir in Zukunft Geschichten erzählen wollen.
Ein simulierter Regen macht nichts nass.
Dieser Satz bringt für mich noch immer erstaunlich viel von dem auf den Punkt, worüber wir gesprochen haben: Wo endet Simulation, wo beginnt Erfahrung? Was lässt sich künstlich erzeugen – und was muss man tatsächlich erleben?
Vielleicht war das das Schönste an diesem Abend: dass aus einer sehr zurückgezogenen Tätigkeit für ein paar Stunden etwas Gemeinsames wurde.
Mit ein paar neuen Fragen bin ich danach zurück an meinen Schreibtisch gegangen.“
Su Steinmaßl