»Militärisches« war Albert von Schirnding schon »seit Zinnsoldatenzeiten« zuwider. Ernst Jüngers »Kriegsbücher« mochte er deshalb nie lesen.
Umso mehr bewunderte schon der Schüler die »Marmorklippen« und die unter dem Titel »Strahlungen« erschienenen Tagebücher. Der zwanzigjährige Student der Altphilologie wurde 1955 Jüngers »Feriensekretär« in Wilflingen. Er war mit der Archivierung der Korrespondenz im »Haus der Briefe« beschäftigt; die Absender hießen nicht nur Carl Schmitt und Martin Heidegger, sondern auch Albert Camus, Karl Jaspers, Jorge Luis Borges, Dolf Sternberger; auch viele Rat- und Hilfesuchende waren darunter. Der Adlatus begleitete seinen »Chef« bei den täglichen Waldspaziergängen. Schirnding traf auf Jünger, als der die Entwicklung vom kriegerischen Nationalisten zum Autor einer Schrift mit dem Titel »Der Friede« bereits hinter sich hatte.
Kenntnisreich, eingenommen und kritisch zugleich, setzte er sich immer wieder mit diesem außerordentlichen Autor und seinem Werk auseinander. Zwei ganz unterschiedliche Geister, die vier Jahrzehnte lang in Verbindung blieben. Albert von Schirnding erzählt davon im Gespräch mit Georg M. Oswald. G.M.O.
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