Der Whanganui River in Aotearoa/Neuseeland erhielt 2017 als erstes Gewässer der Welt den Status einer Rechtsperson. Māori, die entlang des Flusses wohnen und ihn als Ahnen begreifen, sagen: »Ko au te awa, ko te awa ko au – Ich bin der Fluss, der Fluss ist ich«. In Europa folgte 2022 die Salzwasserlagune Mar Menor in Spanien. Inzwischen gibt es weltweit etwa 700 Initiativen für die Rechte der Natur.
Die Vergabe von Rechten liegt in den Händen jeder Gesellschaft. Konzerne wurden per Gesetz zu juristischen Personen ernannt, um ihnen Klagerecht zu geben. Warum nicht die Natur?
Das Konzept der Eigenrechte der Natur ermöglicht einen Paradigmenwechsel im Umgang mit der Mitwelt, der in Zeiten von Klimakatastrophe, Biodiversitätsverlust und Extraktivismus unabdingbar ist. Was für uns heute revolutionär klingt, ist woanders schon lange selbstverständlich: In vielen indigenen Rechts- und Weltverständnissen werden Menschen, Tiere, Pflanzen, Gewässer und Landschaften als miteinander verbunden verstanden. Die Lakota im Inneren Nordamerikas sagen: Metake Oyasin – wir sind alle verwandt. Die schwimmenden, die fliegenden, die vierbeinigen, die wurzelnden – und wir zweibeinige Wesen.
Vertreter und Vertreterinnen vom Whanganui und vom Mar Menor werden Einblicke in ihre Erfahrungen mit den Rechten der Natur geben. Der Abend ist Höhepunkt einer rund einwöchigen, wandernden Konferenz im Loisachtal, veranstaltet von der lokalen Initiative Loisachbündnis.
Der Eintritt zu der Veranstaltung ist frei, eine Anmeldung nicht erforderlich. Bitte haben Sie dafür Verständnis, dass unser Platzangebot begrenzt ist. Daher werden eine Stunde vor Beginn der Veranstaltung am Haupteingang der Residenz, Max-Joseph-Platz 3, Platzkarten vergeben.