Hannah Arendt wird gerne zitiert. Aber wird man ihr damit immer gerecht? »Lessing hat mit der Welt, in der er lebte, seinen Frieden nie gemacht.« Die Dankrede zum Lessing-Preis 1959, ihrer ersten bedeutenden Auszeichnung im Nachkriegsdeutschland, ist sicher auch eine Selbstcharakterisierung: »Seine Haltung zur Welt war weder positiv noch negativ, sondern radikal kritisch und, was die Öffentlichkeit anlangte, durchaus revolutionär; aber sie blieb der Welt verpflichtet, verließ ihren Boden niemals und übersteigerte nichts in die Schwärmerei einer Utopie.« Hannah Arendt bleibt nicht reine Wissenschaftlerin, definiert sich als kritische, öffentliche Intellektuelle. Und sie fordert uns heraus zu Fragen: Was ist heute der Gebrauchswert (Bertolt Brecht) ihrer Gedanken? Wie haltbar sind ihre Analysen des Totalitarismus? Ihre provozierenden Stellungnahmen zum Judentum, zum Antisemitismus? Was lernen wir für unsere in die Krise geratene Demokratie? Grit Straßenberger und Matthias Bormuth haben sich lange mit Hannah Arendt beschäftigt; heute fragen sie nach Werk und Person – heute, da die Politik zurückzukehren scheint in die »finsteren Zeiten«. W. M.
Grit Straßenberger ist Professorin für Politische Theorie und Ideengeschichte in Bonn. Zuletzt erschien Die Denkerin. Hannah Arendt und ihr Jahrhundert (München 2025).
Matthias Bormuth ist Professor für Vergleichende Ideengeschichte in Oldenburg. Zuletzt erschien Von der Unheimlichkeit der Welt. Denken mit Hannah Arendt (Berlin 2025).
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