Aus der Büchnerpreisrede von Elfriede Jelinek: »Es stehen einander zwei Dinge gegenüber, die Sprache und ihr Besitzer. Die Sprache ist die Sprache. Sie mag bedeuten, was sie will, sie mag auch nichts sagen und doch sprechen, doch immer wird, was sich der Sprecher denkt, an einem Gegenstand festgemacht. Das wird ein Fest! Der Sprecher darf endlich seinen Gegenstand verschlingen. Manche werden ihn leben lassen, aber nicht hoch. Es wird jedoch weiter nichts gemacht dabei, außer dass das Grenzenlose, das Denken, an die Sprache festgebunden wird, und an dieser Fessel zerrt es seither.«
© Isolde Ohlbaum,
Elfriede Jelinek
Elfriede Jelineks Be Longing kreist um das Vergehen. Ein Körper altert, die Welt führt Krieg, die Vergangenheit kehrt zurück. Liebe, Tod und Erinnerung geraten in einen Sprachstrom, in dem Persönliches und Politisches unauflöslich ineinanderfließen. Zwischen Witz, Schrecken und Melancholie behauptet sich die Sprache gegen das Verstummen. Was bleibt, wenn Körper, Geschichte und Gewissheiten zerfallen? Vielleicht das Wort – solange es noch gesprochen wird.
Der Eintritt zu der Veranstaltung ist frei, eine Anmeldung nicht erforderlich. Bitte haben Sie dafür Verständnis, dass unser Platzangebot begrenzt ist. Daher werden eine Stunde vor Beginn der Veranstaltung am Haupteingang der Residenz, Max-Joseph-Platz 3, Platzkarten vergeben.