Die Vergangenheit darf nie vergessen werden, heißt es oft in mahnenden Reden, und es sei Sache der Literatur, die Erinnerung wachzuhalten an Diktatur, Zerstörung, Krieg. Aber wie erinnern sich Autorinnen und Autoren an eine Vergangenheit, die sie nicht selbst erlebt haben? Und ist es ein Zufall, wenn in jüngster Zeit wieder Romane geschrieben werden, die noch einmal ganz neu von dieser Vergangenheit sprechen? Anja Kampmann erzählt in »Die Wut ist ein heller Stern« von Hamburg 1933, von der schleichenden, ideologischen Vorbereitung auf den kommenden Krieg. Hinrich von Haaren erzählt in »Wildnis« von der traumatischen Zerstörung Hamburgs im Juli und August 1943, von den unvorstellbaren Verwüstungen durch den Luftkrieg. Und beide nähern sich dieser Vergangenheit auf ganz unterschiedliche, ganz eigene Weise. In Lesung und Gespräch geben Anja Kampmann und Hinrich von Haaren Auskunft: Was führt eine nachgeborene Generation zu dieser Epoche? Und was hat diese Epoche womöglich zu tun mit unserer eigenen? W. M.
Anja Kampmann, 1983 in Hamburg geboren, lebt in Leipzig. Zuletzt erschienen der Gedichtband »Der Hund ist immer hungrig« (2021) und 2025 der Roman »Die Wut ist ein heller Stern«. Sie ist Mitglied der Bayerischen Akademie der Schönen Künste. Hinrich von Haaren, geboren 1964, stammt aus Niedersachsen und lebt seit 1995 in London. Er studierte Sinologie und Germanistik in Berlin. Zuletzt erschienen die Romane »Brandhagen« (2012), »Blaues Reich. Winterstadt« (2020), und »Wildnis« (2025).
»Kampmann schreibt über die Vergangenheit, als könne sie wieder stattfinden. Das Buch ist ein Mahn- und Denkmal für ein Proletariat, das sich unter widrigsten Bedingungen gegen den Faschismus positioniert.«
Carsten Otte
»Die Beobachtung des Autors Hinrich von Haaren … ist eine poetische Leistung von jemandem, der 1964 geboren wurde, solche Bombenangriffe also nicht selbst erlebt haben kann.«
Alexander Kluge
Der Eintritt zu der Veranstaltung ist frei, eine Anmeldung nicht erforderlich. Bitte haben Sie dafür Verständnis, dass unser Platzangebot begrenzt ist. Daher werden eine Stunde vor Beginn der Veranstaltung am Haupteingang der Residenz, Max-Joseph-Platz 3, Platzkarten vergeben.