Landschaft erzählt. Sie erzählt von vergangenen Zeitaltern und kommenden Zukünften, menschlichen Eingriffen, Symbiosen und Zäsuren, Beziehungen und Prozessen, eingeschrieben in die Körper und Erinnerungen von Pflanze, Boden, Tier, Stein und Mensch. Doch viele dieser Erzählungen bleiben verborgen.
Die Landschaft ist unsere Lebensgrundlage und doch scheint unsere Entfremdung zu ihr enorm. Ökonomische und politische Interessen sowie kulturelle Vorstellungen formen ihr Erscheinungsbild. Sie wird ästhetisiert und kapitalisiert – doch wer handelt im Interesse der Landschaft selbst? Und was ist dafür notwendig?
Die Protagonistin der Ausstellung Landscape Narration ist die Landschaft. Die Arbeiten der Landschaftsarchitektin Fanny Brandauer erforschen und übersetzen ihre Geschichten über unterschiedliche Formen der sinnlichen Wahrnehmung. Fotografie, Installation, Geruch, Zeichnung, Sound und Text werden dabei zu Werkzeugen, um Landschaft zu lesen und neue Zugänge zu ihr zu eröffnen.
Landschaft ist nicht Reserve, Kulisse oder bloße Ressource, sondern ein komplexes und lebendiges Beziehungsgefüge. Landschaft erzählt. Und wir hören zu. F. B.
Fanny Brandauer ist freischaffende Landschaftsarchitektin. An der Schnittstelle von Landschaftsarchitektur, künstlerischer und kuratorischer Praxis erforscht sie, wie Landschaft sinnlich wahrgenommen und vermittelt werden kann. Sie ist Trägerin verschiedener Auszeichnungen, darunter das Kunststipendium der Bayerischen Akademie der Schönen Künste und das Berlin-Stipendium der JUNGEN AKADEMIE der Akademie der Künste Berlin. Darüber hinaus ist sie als Vortragende, Jurorin und Lehrende tätig.
Weitere Informationen: www.fannybrandauer.com und www.atlasoflandscapesinaroom.com