In den 1920er Jahren entwickelten sich Kunst und Literatur in der Ukraine frei und orientierten sich an modernen Strömungen Westeuropas. Im Mittelpunkt standen die Ästhetik der Avantgarde, formale Experimente und die bewusste Abkehr von ideologischen Vorgaben. In dieser Zeit erschienen die ersten ukrainischen Kriminalromane, futuristischen Gedichte und literarischen Reportagen.
Zu den zentralen Vertretern dieser Bewegung zählt Mike Johansen (1895–1937), Übersetzer aus dem Deutschen und Englischen sowie leidenschaftlicher Filmkenner, der spielerisch mit literarischen Formen experimentierte. Zwei seiner Romane – Die Reise des gelehrten Doktor Leonardo und seiner zukünftigen Geliebten, der schönen Alceste, in die slobidische Schweiz und Die Abenteuer von MacLayston, Harry Rupert und anderen – erschienen 2023 und 2025 im Verlag Secession in der deutschen Übersetzung von Johannes Queck und wurden von der Kritik begeistert aufgenommen.
Verleger Christian Ruzicska, Übersetzer Johannes Queck, Literaturwissenschaftlerin Yaryna Tsymbal, die ihre Dissertation über Johansen verfasst hat, und Halyna Petrosanyak diskutieren sein Werk im Kontext der ukrainischen 1920er und 1930er Jahre. H.P.
Der Eintritt zu der Veranstaltung ist frei, eine Anmeldung nicht erforderlich. Bitte haben Sie dafür Verständnis, dass unser Platzangebot begrenzt ist. Daher werden eine Stunde vor Beginn der Veranstaltung am Haupteingang der Residenz, Max-Joseph-Platz 3, Platzkarten vergeben.