Mit der Wilhelm-Hausenstein-Ehrung würdigt die Bayerische Akademie der Schönen Künste jährlich eine Person, die sich leidenschaftlich in ihrer Arbeit der kulturellen Vermittlung widmet. 2025 fiel die Wahl des Direktoriums auf Daniel Grossmann. Als Gründer des Jewish Chamber Orchestra Munich, welches er inhaltlich und künstlerisch-musikalisch seit 20 Jahren leitet, bringt ihn seine dirigentische Karriere in die verschiedensten Länder und Kontinente. Er überrascht immer wieder mit ungewöhnlichen Formaten, die die jüdische Kultur auf zeitgenössische Weise musikalisch pflegen und fortschreiben. Vergessenen jüdischen Komponistinnen und Komponisten eine Chance zu geben, neu entdeckt und gehört zu werden, gehört zu den wichtigen Anliegen Daniel Grossmanns. Für sein Ensemble wurden unzählige Neukompositionen und Bearbeitungen in Auftrag gegeben, um an Traditionen anzuknüpfen und diese neu zu gestalten. Dabei wird ein großer Bogen durch die gesamte Musikgeschichte gezeichnet. Auch Education- und andere Vermittlungsformate gehören zum Selbstverständnis dieses Orchesters und seines Leiters.
Talia Or (Sopran) und Susanna Klovsky (Klavier) gestalten die musikalische Umrahmung mit Werken von Gustav Mahler, Paul Ben-Haim und Mieczysław Weinberg. Salome Kammer
Daniel Grossmann widmet sein berufliches Wirken der Frage, wie jüdische Kultur im gesellschaftlichen Bewusstsein verankert werden kann und wie ihre Vermittlung zum interkulturellen Dialog beiträgt. 2005 gründete er das Jewish Chamber Orchestra Munich, das er seitdem leitet und zu einem international beachteten Ensemble geformt hat. Seine zumeist selbst entwickelten Projekte verbinden Musik vergangener Epochen mit zeitgenössischen Darstellungsformen und schaffen eindrucksvolle Konzerterlebnisse. Grossmann, 1978 in München geboren, stammt aus einer jüdisch-ungarischen Familie. Seine Dirigentenausbildung führte ihn über München nach New York und Budapest. Seine Diskographie umfasst Werke bekannter und unbekannter jüdischer Komponisten wie Mendelssohn, Zemlinsky und Ullmann oder Weinberg, Engel und Koffler, sowie Musik von Xenakis, Cage und Beethoven. Für seine Arbeit in der Kulturvermittlung erhielt er mehrere Auszeichnungen, u. a. Pro meritis scientiae et litterarum des Bayerischen Ministeriums für Wissenschaft, Forschung und Kunst.
Musikprogramm:
Mieczysław Weinberg (1919–1996)
Jüdische Lieder op. 13
Erster Zyklus nach Gedichten von Jizchok Leib Perez (1852–1915)
I. Introduktion
II. Breytele
III. Viglid
IV. Der yeger
V. Oyfn grinem bergele
VI. Der yesoymes brivele
VII. Schluss
Paul Ben-Haim (1897–1984)
Yehej shulhancha aruch (Dein Tisch sei immer bereitet)
Text: Anda Pinkerfeld Amir (1902–1981)
Hachnissini (Birg mich unter deinen Schwingen)
Text: Paul Ben-Haim
Gustav Mahler (1860–1911)
Frühlingsmorgen aus 14 Lieder und Gesänge aus der Jugendzeit
Text: Richard Leander (1830–1889)
Ich bin der Welt abhanden gekommen
Text: Friedrich Rückert (1788–1866)
Ausführende:
Talia Or, Sopran
Susanna Klovsky, Klavier
Der Eintritt zu der Veranstaltung ist frei, eine Anmeldung nicht erforderlich. Bitte haben Sie dafür Verständnis, dass unser Platzangebot begrenzt ist. Daher werden eine Stunde vor Beginn der Veranstaltung am Haupteingang der Residenz, Max-Joseph-Platz 3, Platzkarten vergeben.