Seit 1986 verleiht die Akademie jährlich die Wilhelm- Hausenstein-Ehrung. Benannt nach dem ersten Präsidenten der Akademie, würdigt sie herausragende Verdienste um die kulturelle Vermittlung. In diesem Jahr wird der Theatermacher und Soziologe Martin Valdés-Stauber für seine besonderen Verdienste um die Erinnerungsarbeit ausgezeichnet.
2018 initiierte Valdés-Stauber das Langzeitprojekt SCHICKSALE, das er seitdem leitet. Gemeinsam mit Janne und Klaus Weinzierl sowie Felicitas Friedrich erforscht das Team die Biografien jener Mitarbeiter*innen der Münchner Kammerspiele, die während des NS-Regimes verfolgt wurden. Mittlerweile konnten mehr als 370 SCHICKSALE recherchiert und dokumentiert werden.
2021 gründete Martin Valdés-Stauber die internationale und interdisziplinäre Plattform »Erinnerung als Arbeit an der Gegenwart«. Zahlreiche Arbeiten, die aus diesem Zusammenhang hervorgegangen sind, wurden in den vergangenen Jahren ausgezeichnet.
© Pinelopi Gedrasimou,
Prodromos Tsinikoris
Die Laudatio hält der Regisseur und Schauspieler Prodromos Tsinikoris, ein langjähriger Weggefährte Valdés-Staubers und diesjähriger Träger der Goethe-Medaille.
Mit Martin Valdés-Stauber ehrt die Akademie eine Persönlichkeit, die auf besondere Weise wissenschaftliche Forschung, Erinnerungsarbeit und künstlerische Praxis miteinander verbindet.
Martin Valdés-Stauber studierte Soziologie und Wirtschaftswissenschaften in München, Friedrichshafen, Berkeley und Cambridge. Er war Dramaturg an den Münchner Kammerspielen und an der Schaubühne Berlin. 2021 wurde er mit dem Marie-Zimmermann-Stipendium für Dramaturgie ausgezeichnet. Darüber hinaus arbeitet er freiberuflich als Autor und Regisseur. Kennzeichnend für sein künstlerisches Wirken sind die Vielfalt seiner Formen, sein Interesse an unterschiedlichen Bühnenkünsten sowie seine Arbeit in internationalen Konstellationen. Bereits mehrfach war er als Gast in der Akademie zu erleben.
Der Eintritt zu der Veranstaltung ist frei, eine Anmeldung nicht erforderlich. Bitte haben Sie dafür Verständnis, dass unser Platzangebot begrenzt ist. Daher werden eine Stunde vor Beginn der Veranstaltung am Haupteingang der Residenz, Max-Joseph-Platz 3, Platzkarten vergeben.