Die Bayerische Akademie der Schönen Künste, München, und die Hansestadt Lübeck verleihen ihren gemeinsam vergebenen Thomas-Mann-Preis im Jahr 2026 an den Schriftsteller David Grossman.
Der 1954 geborene David Grossman zählt zu den bedeutendsten literarischen Stimmen der Gegenwart. Sein erzählerisches Werk stellt sich der streitbaren Geschichte und Gegenwart Israels. Romane wie Eine Frau flieht vor einer Nachricht (2009), Kommt ein Pferd in die Bar (2016, ausgezeichnet mit dem International Booker Prize) oder Was Nina wusste (2020) zeichnen eindrucksvoll nach, welche inneren und äußeren Verletzungen die Kriege und die alltägliche Bedrohung bei den Menschen hinterlassen. In seinen Essays, zuletzt im Band Frieden ist die einzige Option (2024), hat sich David Grossman immer wieder mit großer Entschlossenheit für eine politische Aussöhnung im Nahen Osten eingesetzt.
Den Thomas-Mann-Preis erhält er für sein erzählerisches und essayistisches Werk, das in Zeiten politischer Weltunordnung Räume für Verständigung und Versöhnung öffnet.
Der Thomas-Mann-Preis der Hansestadt Lübeck und der Bayerischen Akademie der Schönen Künste wird seit 2010 im jährlichen Wechsel in Lübeck und München verliehen.