In einer sich zunehmend polarisierenden Welt bleibt Zweideutigkeit eine Tugend. Ambiguität ist die Stärke, zwei oder mehrere mögliche Wahrheiten in sich zu tragen, ohne sie in eine singuläre schwarz-weiße Realität auflösen zu wollen. Es ist einfacher, einen geraden Weg zu gehen, sich an einem fertigformulierten Programm zu orientieren, als stets die zahlreichen Möglichkeiten einer unserem Bewusstsein immer überfordernd komplexen Welt zu erwägen. Kunst, ebenso wie auch meine eigene Kunstsparte, die Musik, kann Zweideutigkeit hervorragend darstellen, kann gleichzeitig optionale Wege betreten ohne logische Fehler zu begehen. Mein für dieses Konzert komponiertes Klaviertrio trägt den Titel neither/nor (weder/noch). Es ist ein stark dialektisches Werk und gleichzeitig, weil die Musik es kann, antidialektisch. H. A.
Henrik Ajax (*1980)
neither/nor (2025/26) für Violine, Violoncello und Klavier
I. Theses
II. Antithesis
III. Parenthesis
IV. Escape from Synthesis
Kompositionsauftrag der Bayerischen Akademie der Schönen Künste 2024, Uraufführung
Interdependency (2026) für Violoncello und Live-Elektronik
Transparency Tales für Klavier (2023)
Kaija Saariaho (1952–2023)
Aus Sept Papillons für Violoncello (2000)
Papillon I
Papillon III
Papillon VII
Johann Sebastian Bach (1685–1750)
Aus Nun komm, der Heiden Heiland BWV 61
Kantate zum 1. Advent (1714)
I. Ouverture
Bearbeitung für Klavier zu vier Händen: Henrik Ajax
Der Eintritt zu der Veranstaltung ist frei, eine Anmeldung nicht erforderlich. Bitte haben Sie dafür Verständnis, dass unser Platzangebot begrenzt ist. Daher werden eine Stunde vor Beginn der Veranstaltung am Haupteingang der Residenz, Max-Joseph-Platz 3, Platzkarten vergeben.