Suska Mackert erschafft, indem sie sammelt, ordnet und neu ordnet – als Archivarin oder Archäologin. Sie schreibt Objekte, zeichnet und fotografiert, misst ab, verortet und verwahrt, sortiert, aus und ein. Sie hinterfragt bestätigte Vorstellungen und Klischees in Bezug auf Tradition, Gesellschaft, Werte, Erinnerung und Alltag. Gegenstand ihrer Arbeit ist dabei oftmals das Thema Schmuck und Artefakte im weitesten Sinn. Sie trennt, fügt zusammen, was zuvor nicht zusammen war, manchmal auch ganz wörtlich mit Schere, Cutter, Nadelstichen, Klebeband. Nur um eines Tages, schon bald oder auch nicht, wieder zu trennen und neu zusammenzufügen. Offene Angebote.
In aller Mehrdeutigkeit ist ihr die Fuge dabei ein wichtiges Leitmotiv. Mackert sucht den Zwischenraum, die Lücke, so wie sie im Bau dem Ausgleich von Bewegung im Material dient. Und zugleich imitiert sie endlos wiederkehrende Themen zu komplexen Subjekten wie es Fugen in Kantaten tun. Behutsam, sorgfältig, präzise und entschlossen legt sie Schicht um Schicht und fürchtet sich nicht vor dem Sog, die diese Wiederholungen entwickeln. Amelie Klein