Die Lieder eines fahrenden Gesellen hat Gustav Mahler gedichtet und komponiert, als er liebeswehend, zutiefst gekränkt und verletzt abgewiesen wurde. Nicht unähnlich dem bei Franz Schubert so oft anzutreffenden glücklosen Wanderer (oder Fischer), der einsam seine Tage und Nächte durchlebt und dabei sich sehnsüchtig endlich Ruhe, gar den rettenden Tod erträumt. Linderung sucht er in der Natur, bisweilen fühlt er sich sogar von ihr getragen, manchmal aber auch betrogen … Dass diese Musik uns trotzdem so „beglückt“ hinterlässt – ist immer wieder ein Wunder! Y. T.
Programm
Franz Schubert (1797–1828)
Fischerweise D 881 (Schlechta)
Die Forelle D 550 (Schubart)
Auf dem Wasser zu singen D 774 (Stolberg)
Das Fischermädchen D 957 (Heine)
Des Fischers Liebesglück D 933 (Leitner)
GESPRÄCH
Ständchen D 957 (Rellstab)
An Sylvia D 891 (Shakespeare / Bauernfeld)
Alinde D 904 (Rochlitz)
Die Mutter Erde D 788 (Stolberg)
Totengräbers Heimwehe D 842 (Craigher)
Wandrers Nachtlied D 768 (Goethe)
GESPRÄCH
Gustav Mahler (1860–1911)
Lieder eines fahrenden Gesellen
I. Wenn mein Schatz Hochzeit macht
II. Ging heut' morgen übers Feld
III. Ich hab' ein glühend Messer
IV. Die zwei blauen Augen
Christoph Prégardien ist einer der bedeutendsten lyrischen Tenöre unserer Zeit, besonders geschätzt als Liedsänger. In der Saison 2025/26 ist er unter anderem mit „Die schöne Müllerin/These Fevered Days“ von Johannes Maria Staud zu erleben – einem Projekt, das Schuberts Zyklus in neu instrumentierter Fassung mit sieben neuen Liedern nach Texten von Emily Dickinson kombiniert. Nach der Uraufführung 2024 wird es nun mit dem Klangforum Wien bei den Klangspuren Schwaz und im Wiener Konzerthaus sowie mit dem Remix Ensemble unter Peter Rundel in Porto präsentiert. Liederabende führen ihn unter anderem nach Bogotá, ans La Monnaie Brüssel, zur Kronberg Academy, in den Pierre Boulez Saal Berlin (mit Julius Drake und Udo Samel), nach Barcelona, Tokio, Taiwan und erneut zur Schubertiade Schwarzenberg/Hohenems. Einen persönlichen Höhepunkt bildet sein 70. Geburtstag, den er mit einem Festkonzert in Dortmund begeht – gemeinsam mit seinem Sohn Julian Prégardien im Rahmen ihres Programms Vater und Sohn, das zudem in variierter Form in Saarbrücken, Tübingen und Bamberg zu erleben ist. Darüber hinaus geht das Duo mit dem Freiburger Barockorchester und Kristian Bezuidenhout auf Tournee mit Konzerten in Köln, Freiburg und Berlin. In Frankfurt übernimmt er zudem die Titelpartie in Mendelssohns Elias.
Christoph Prégardien ist häufig als Solist bei großen internationalen Orchestern zu erleben. So konzertierte er mit den Berliner und Wiener Philharmonikern, dem Concertgebouworkest Amsterdam, dem Philharmonia Orchestra London, dem Orchestre Philharmonique de Radio France sowie dem Boston und San Francisco Symphony Orchestra und arbeitete mit Dirigenten wie Barenboim, Metzmacher und Thielemann zusammen. Sein Orchesterrepertoire umfasst neben den großen Oratorien und Passionen aus Barock, Klassik und Romantik auch Werke des 17. und 20. Jahrhunderts. Zu seinen Opernpartien gehören Tamino, Almaviva (Il barbiere di Siviglia), Fenton (Falstaff), Don Ottavio, Titus, Ulisse und Idomeneo.
Seine langjährige Erfahrung als Sänger der großen Evangelisten-Partien und die intensive Zusammenarbeit mit Dirigenten wie Nagano, Chailly, Herreweghe, Harnoncourt, Luisi und Gardiner sind für Christoph Prégardien ideale Voraussetzung, sich diesem Repertoire auch als Dirigent zu nähern. Seit dem internationalen Erfolg seines Dirigierdebüts im Jahr 2012 mit dem Ensemble Le Concert Lorrain und dem Nederlands Kamerkoor leitet er regelmäßig renommierte Klangkörper wie das Balthasar-Neumann-Ensemble, den Dresdner Kammerchor, das Collegium Vocale Gent sowie den RIAS Kammerchor. Im Frühjahr 2024 stand er für Bachs Matthäuspassion bei Vespres d’Arnadí und dem Cor de Cambra del Palau in Barcelona am Pult. Im Dezember 2025 leitete er Bachs Weihnachtsoratorium auf einer Tournee mit dem belgischen Ensemble Il Gardellino und dem Kammerchor des Palau de la Musica Catalana.
Einen Großteil seines Repertoires hat der Sänger auf über 150 Tonträgern dokumentiert, ausgezeichnet unter anderem mit dem Orphée d’Or der Académie du Disque Lyrique, dem Edison Award, dem Cannes Classical Award und dem Diapason d’Or. Ein wichtiger Aspekt im musikalischen Leben Christoph Prégardiens ist die pädagogische Arbeit. Nach mehreren Jahren an der Hochschule für Musik und Theater Zürich unterrichtete er von 2004 bis 2023 als Professor an der Musikhochschule Köln. Im Rahmen weltweiter Meisterkurse ist er auch weiterhin pädagogisch tätig.
In Israel geboren, gab Yaara Tal ihr erstes Konzert im Alter von 7 Jahren. Während ihrer Jugend wurde sie von der America-Israel Cultural Foundation gefördert, studierte Klavier bei Arie Vardi und Komposition bei Abel Ehrlich und André Hajdu an der Samuel Rubin Israel Academy of Music in Tel Aviv. Nach dem Abschluss setzte sie mit Hilfe eines Stipendiums des Deutschen Akademischen Austauschdienstes (DAAD) ihre Studien bei Hugo Steurer und Ludwig Hoffmann an der Hochschule für Musik und Theater in München fort. Auch Peter Feuchtwanger zählt sie zu ihren wichtigen Lehrern. Nach einigen Jahren solistischer Tätigkeit schloss Yaara Tal sich mit Andreas Groethuysen zu einem Klavierduo zusammen. In steter Zusammenarbeit mit dem Label Sony Classical veröffentlichte das Duo eine beispiellose Serie von ca. 40 CDs, die international bei Publikum und Presse auf großes Echo gestoßen sind und mit zahlreichen Preisen ausgezeichnet wurden (darunter elfmal dem „Preis der Deutschen Schallplattenkritik“, fünfmal dem „Echo Klassik“ und dem „Opus Klassik“ 2021). Das Klavierduo Yaara Tal & Andreas Groethuysen ist außerdem Träger des renommierten Jahrespreises des Klavier-Festivals Ruhr 2022.
In den vergangenen Jahren veröffentlichte Yaara Tal auch einige Solo-CDs bei Sony Classical, darunter Joseph Haydns „Sieben letzte Worte“, ein Album mit Polonaisen von Franz Xaver Mozart und Frédéric Chopin, ein weiteres mit Werken aus dem Kosmos um Clara Schumann und 2021 „Tracing Bach“ mit Fugen aus 250 Jahren, gepaart mit Präludien von Johann Sebastian Bach. Im Sommer 2023 ist ihr Album „1923“ mit Repertoire aus diesem Schicksalsjahr bei Sony Classical in Koproduktion mit BR-Klassik erschienen. Seit Juli 2023 ist das Klavierduo Yaara Tal & Andreas Groethuysen Mitglied der Abteilung Musik der Bayerischen Akademie der Schönen Künste.
Der Eintritt zu der Veranstaltung ist frei, eine Anmeldung nicht erforderlich. Bitte haben Sie dafür Verständnis, dass unser Platzangebot begrenzt ist. Daher werden eine Stunde vor Beginn der Veranstaltung am Haupteingang der Residenz, Max-Joseph-Platz 3, Platzkarten vergeben.