Zum Festvortrag von Götz Aly:Das so häufige Mitmachen der vielen vormals linken oder libertären Bildenden Künstler, Architekten, Schauspieler und Regisseure in dem von Joseph Goebbels geleiteten Kunst- und Kulturbetrieb Hitlerdeutschlands lässt sich nicht mehr bestreiten. Wer das erklären möchte, sollte das Problem nicht hinter dem bequemen, aber nichtssagenden Begriff »NS-Ideologie« verstecken. Auch die dichotomischen Unterscheidungen Nazi/Nichtnazi, Täter/Opfer, Widerständler/Willfähriger helfen nur sehr selten weiter. Die beste und einfachste Erklärung führt zur Kategorie »Gewöhnlicher menschlicher Opportunismus«: zum Streben nach Selbstverwirklichung, zur selbstgefälligen Einbildung von der Autonomie des Künstlers, zu materiellen Zwängen oder materieller Gier, zu Ruhmsucht, zum Kampf um öffentliche Anerkennung, Stipendien und Preise, um Aufträge und Engagements.
Götz Aly ist Historiker, Politikwissenschaftler und Journalist. Er arbeitete für die taz, die Berliner Zeitung und als Gastprofessor. Seine Bücher werden in viele Sprachen übersetzt. Neben anderen Preisen erhielt er 2018 den Geschwister-Scholl-Preis für sein Buch Europa gegen die Juden 1880–1945. (S. Fischer Verlag 2017). Im selben Verlag veröffentlichte er 2025 sein abschließendes Werk Wie konnte das geschehen? Deutschland 1933 bis 1945.
Musikprogramm:
Matthias Well (*1993)
Gloomy Sunday (arr. für Violine solo)
A londonderry air (arr. für Violine solo)
Johann Sebastian Bach (1685–1750): Adagio aus der Sonate für Violine solo Nr. 1 g-Moll BWV 1001
Stairway to Heaven (arr. für Violine solo)