Dieses Soloprojekt der ukrainischen Sängerin und Dirigentin Viktoriia Vitrenko wurde 2021 entwickelt als Aufbegehren gegen die damalige Verhaftung der belarussischen Freiheitskämpferin und Flötistin Maria Kalesnikava, einer Freundin der Sängerin. Es nimmt uns mit in den Schwebezustand des Wartens, den Limbus, und der Unmöglichkeit zu handeln. Einerseits die Unsicherheit über das Schicksal der Freundin, andererseits die eigene Isolation in der Pandemie und gleichzeitig die wachsenden politischen Spannungen, die dann 2022 in den Überfall Russlands in die Ukraine mündeten. Mit großer Wandelbarkeit bewegt sich die Stimme Viktoriia Vitrenkos vom Flüstern, über Sprechgesang, Belcanto, Chanson bis hin zum traditionellen ukrainischen Gesang, wobei die Sängerin sich selbst am Klavier begleitet, aber auch zu elektroakustischen Mitteln greift. So wird man in ein emotionales Erlebnis gezogen. Die Musik stammt von Agata Zubel, Alla Zagaykevych, Yin Wang, Sven-Ingo Koch und Maxim Shalygin.
Nach einem Dirigierstudium an der Nationalen Musikakademie der Ukraine studierte Viktoriia Vitrenko Gesang an der Hochschule für Musik und Darstellende Kunst Stuttgart mit Schwerpunkt Neue Musik. In beiden Disziplinen arbeitet sie seither in internationalen Projekten, wobei ihr der kulturelle und gesellschaftliche Austausch ein zentrales Anliegen ist. Zudem ist sie Mitbegründerin der Initiative InterAKT in Stuttgart, bei der sie regelmäßig Projekte kuratiert und realisiert. S.K.
Der Eintritt zu der Veranstaltung ist frei, eine Anmeldung nicht erforderlich. Bitte haben Sie dafür Verständnis, dass unser Platzangebot begrenzt ist. Daher werden eine Stunde vor Beginn der Veranstaltung am Haupteingang der Residenz, Max-Joseph-Platz 3, Platzkarten vergeben.